Lagersysteme unterscheiden sich in einem Punkt grundsätzlich: darin, ob jeder Stellplatz einzeln erreichbar ist oder ob mehrere Ladeeinheiten hintereinander in einem Kanal stehen. Aus dieser einen Eigenschaft folgt fast alles Weitere, von der Lagerdichte über den Warenfluss bis zum Flurförderzeug, das Sie brauchen.
Die Auswahl wird trotzdem selten als technische Frage gestellt. Meist steht am Anfang ein Engpass: Die Fläche reicht nicht, die Kommissionierung dauert zu lange, oder ein neuer Standort muss ausgelegt werden. Dieser Beitrag ordnet die Systeme so, dass Sie erkennen, welches zu Ihrer Situation gehört.
Drei Grundtypen
Statisch bedeutet direkten Zugriff auf jeden Stellplatz. Die Ware bewegt sich nicht, das Flurförderzeug bewegt sich zu ihr. Hohe Zugriffsfreiheit, geringere Dichte, weil zwischen den Regalzeilen Bediengänge liegen.
Dynamisch bedeutet, dass sich die Ladeeinheiten innerhalb des Systems bewegen, angetrieben durch Schwerkraft oder durch das Einschieben der nächsten Einheit. Mehrere Einheiten stehen hintereinander, Bediengänge entfallen weitgehend. Höhere Dichte, dafür eine festgelegte Reihenfolge.
Automatisch bedeutet, dass die Ein- und Auslagerung ohne Bediener erfolgt, gesteuert über einen Materialflussrechner oder ein Lagerverwaltungssystem. Höchste Dichte und Geschwindigkeit, dafür der größte Planungs- und Investitionsaufwand.
Das Palettenregal als Ausgangspunkt
Das Palettenregal ist das System mit direktem Zugriff: Jede Palette steht auf einem eigenen Platz und ist ohne Umlagern erreichbar. Damit ist es die richtige Wahl, wenn Sie viele Artikel mit jeweils kleinen Beständen führen, denn dort brächte jede Verdichtung mehr Umlagerungen als Flächengewinn.
Wichtiger für das Verständnis der übrigen Systeme ist ein anderer Punkt: Das Palettenregal ist die konstruktive Grundlage der meisten dynamischen Anlagen. Ein Durchlaufregal ist im Kern ein Palettenregal, in dessen Kanäle Rollenbahnen eingebaut sind. Auch ein automatisches Palettenlager baut auf dieser Struktur auf. Wer das Palettenregal versteht, versteht die Familie.
Durchlaufregal und Kolli-Durchlaufregal: Reihenfolge sichern
Beim Durchlaufregal wird auf der einen Seite beschickt und auf der gegenüberliegenden entnommen. Die Paletten laufen auf einer geneigten Rollenbahn per Schwerkraft durch den Kanal, an der Entnahmeseite bremsen Bremsrollen oder Stopper sie ab. Weil keine Einheit eine andere überholen kann, arbeitet das System nach FIFO. Bei empfindlicher Ware trennt eine Separationseinrichtung die vorderste Palette von den nachrückenden, sodass staudrucklos entnommen werden kann.
Das Kolli-Durchlaufregal überträgt dasselbe Prinzip auf Kartons, Behälter und Kleinladungsträger. Die Ebenen bestehen aus geneigten Röllchenleisten, die Ware rückt in den Griffbereich nach. Das ist weniger ein Lagersystem als ein Kommissioniersystem.
Beide gehören dorthin, wo Bestände nach Datum oder Charge abfließen müssen: Lebensmittel und Getränke, Pharma und Medizintechnik, alternde Materialien in der Fertigung.
Einschubregal und Carrier Push-Back Regal: verdichten
Bei diesen Systemen liegen Ein- und Auslagerung auf derselben Seite. Beim Einschubregal laufen die Paletten auf Schlitten, beim Carrier Push-Back Regal auf flachen Wagen, die auf eigenen Schienen laufen. In beiden Fällen schiebt die neu eingelagerte Palette die vorhandenen einen Platz zurück.
Beide arbeiten deshalb zwingend nach LIFO, und beide sind für datumskritische Bestände ungeeignet. Ihr Vorteil ist die Dichte: mehrere Paletten je Kanal ohne zusätzliche Bediengänge, bei gleichzeitig geringerem Beschädigungsrisiko als bei Systemen, in die der Stapler hineinfahren muss. Dass FIFO und LIFO aus der Bauform folgen und nicht aus einer Anweisung, ist dabei kein Detail, sondern der Kern der Entscheidung.
Ablaufbahnen: die Verbindung zwischen den Bereichen
Ablaufbahnen sind kein Lagersystem, sondern ein Transportsystem. Bodenebene Rollenbahnen bewegen Paletten, Gitterboxen und Behälter allein durch Schwerkraft von einem Bereich zum nächsten, ohne Antrieb und ohne Stromanschluss.
Sie lohnen sich überall dort, wo zwischen zwei Bereichen regelmäßig Staplerfahrten anfallen, die keinen Wert schaffen: vom Wareneingang zur Produktion, vom Palettenlager zum Kommissionierplatz, vom Packplatz zum Warenausgang.
Automatische Lager: wo Saar arbeitet und wo nicht
Automatische Palettenlager und automatische Kleinteilelager holen Kapazität aus der Höhe. Regalbediengeräte oder Shuttle-Fahrzeuge lagern voll automatisch ein und aus, gesteuert über ein Lagerverwaltungssystem. Beim automatischen Palettenlager sind es Paletten, beim automatischen Kleinteilelager Behälter, Kartons oder Tablare, die nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip an den Kommissionierplatz gebracht werden.
An dieser Stelle gehört eine klare Aussage dazu, weil sie im Markt oft verwischt wird. Wir planen, fertigen und montieren den präzisen Regal- und Stahlbau, auf dem die Automatik läuft. Die Automatisierungstechnik selbst, also Steuerung, Regalbediengeräte, Shuttles und Fördertechnik, kommt über spezialisierte Systempartner. Diese Arbeitsteilung ist der Normalfall in solchen Projekten, und sie funktioniert nur, wenn beide Seiten präzise ineinandergreifen. Automatische Anlagen arbeiten zuverlässig, wenn die Tragstruktur maßhaltig gefertigt ist, und sie stehen still, wenn sie es nicht ist.
Wenn Sie ein statisches System jenseits des Palettenregals brauchen
Nicht jedes Lagerproblem löst ein dynamisches oder automatisches System. Langgut, Kleinteile in Fachböden oder verfahrbare Anlagen haben ihre Berechtigung. Statische Regalsysteme werden innerhalb der Unternehmensgruppe Groupe Provost geführt. Sprechen Sie uns an, wir finden den passenden Ansprechpartner für Sie.
Woran die Entscheidung wirklich hängt
Vier Fragen führen in der Praxis am schnellsten zum passenden System.
Wie viele Einheiten haben Sie je Artikel? Bei einer oder zwei Paletten je Artikel bringt kein Kanalsystem einen Vorteil, weil jeder Kanal sortenrein belegt sein muss. Bei fünf und mehr lohnt die Verdichtung.
Muss die Reihenfolge stimmen? Wenn ja, kommen nur FIFO-Systeme infrage, und diese Antwort schließt einen Teil der Möglichkeiten sofort aus.
Was ist Ihr Engpass? Fläche, Kommissionierzeit oder Zugriffsgeschwindigkeit führen zu verschiedenen Systemen. Wer alles gleichzeitig optimieren will, bekommt am Ende keine gute Lösung, sondern einen Kompromiss.
Was gibt Ihre Halle her? Bodentragfähigkeit, lichte Höhe, Stützenraster und Brandschutz begrenzen die Möglichkeiten oft stärker als das Budget. Diese Prüfung gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Planung, Fertigung und Montage aus einer Hand
Bevor ein Regal steht, steht die Analyse. Wir sehen uns Ihre Artikelstruktur, Ihre Ladungsträger, Ihren Durchsatz und die Gegebenheiten vor Ort an und entwickeln daraus ein Konzept. Danach fertigen wir die Anlage und montieren sie termintreu, mit einem Ansprechpartner von der ersten Idee bis zur Abnahme. Dahinter stehen über 100 Jahre Erfahrung sowie das Fertigungsnetzwerk der Unternehmensgruppe Groupe Provost mit sechs Produktionsstandorten und über 100.000 m² Fläche.
Wenn in Ihrem Lager bereits eine Anlage steht, gehört deren Zustand in dieselbe Betrachtung. Wir prüfen statische und dynamische Anlagen sowie die tragende Struktur automatischer Lager im laufenden Betrieb. Die Pflicht zur Regalinspektion trifft dabei Sie als Betreiber, die Durchführung übernehmen wir.
Ihr Projekt
Sie stehen vor einer Entscheidung und wollen wissen, was auf Ihrer Fläche möglich ist? Schildern Sie uns Ihre Situation. Wir sagen Ihnen auch dann offen, welches System passt, wenn es nicht das teuerste ist.
Schreiben Sie uns.
Nehmen Sie Kontakt auf und schreiben Sie uns. Wir sind für Sie da.
Die auf diesem Formular gesammelten Informationen werden in einer Datenbank zur Bearbeitung der geäußerten Anfragen gespeichert. Sie werden für 36 Monate aufbewahrt, sind ausschließlich für die Saar Lagertechnik-Teams bestimmt und werden nur mit Ihrem Einverständnis an Dritte übermittelt. Des Weiteren akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen. Sie können Ihr Einverständnis jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der Saar Lagertechnik GmbH per Post: Wiesenweg 2 b, 65812 Bad Soden am Taunus, per E-Mail: info@saar-lagertechnik.com oder per Telefon: 06196 560575 widerrufen.



