Carrier Push-Back Regale lagern Paletten auf flachen Wagen, den Carriern, die auf Schienen im Regalkanal verschoben werden. Ein- und Auslagerung erfolgen auf derselben Seite, bis zu acht Paletten je Kanal.
In vielen Lagern geht Fläche nicht dort verloren, wo Ware steht, sondern dort, wo keine steht. Bediengänge sind notwendig, aber sie tragen nichts. Wer die Zahl der Gänge senkt, gewinnt Stellplätze, ohne eine Halle zu bauen. Genau das leisten Kompaktlagersysteme, und das Carrier Push-Back Regal ist eines davon.
Wie das System arbeitet
Das Carrier Push-Back Regal ist eine Sonderform des Einschubregals. Der Unterschied liegt im Detail: Statt auf Rollenbahnen laufen die Paletten auf flachen Wagen mit ebener Ladefläche. Diese Carrier sind miteinander verbunden und laufen auf Schienen.
Die Wagen haben unterschiedliche Bauhöhen, sodass sie im leeren Zustand platzsparend übereinanderstehen. Beladen wird zuerst der oberste Wagen. Mit jeder weiteren Palette schiebt der Stapler die bereits eingelagerten Ladungsträger einen Platz nach hinten, und die nächste Palette setzt auf dem nächstniedrigeren Wagen auf. Bei der Entnahme läuft es umgekehrt: Wird die vorderste Palette herausgenommen, rücken die dahinterliegenden nach vorn.
Jeder Carrier läuft dabei auf einer eigenen Schiene. Das hält die Bauhöhe niedrig, was wiederum die Lagerung kompakter macht.
Warum das zwingend LIFO bedeutet
Weil ein- und ausgelagert auf derselben Seite wird, kommt die zuletzt eingelagerte Palette zuerst wieder heraus. Das ist keine Einstellungssache und keine Frage der Organisation, sondern folgt aus der Bauform. Das System arbeitet nach dem LIFO-Prinzip, Last In, First Out.
Diese Festlegung ist der wichtigste Punkt bei der Systemauswahl, und sie wird in der Praxis regelmäßig übersehen. Für datums- oder chargenkritische Bestände ist ein Carrier Push-Back Regal die falsche Wahl. Wo Mindesthaltbarkeitsdaten eingehalten oder Chargen in einer festen Reihenfolge abgearbeitet werden müssen, führen FIFO-Systeme wie Durchlaufregale zum Ziel, bei denen Beschickung und Entnahme auf gegenüberliegenden Seiten liegen. Ob Ihr Bestand nach FIFO oder LIFO abfließen muss, entscheidet damit über das System und nicht umgekehrt.
Ein Zwischenweg besteht darin, das Sortiment aufzuteilen: datumskritische Artikel in ein FIFO-System, unkritische Massenware mit hoher Lagerdichte in Push-Back-Kanäle. Weil jeder Kanal sortenrein belegt wird, lässt sich diese Trennung in derselben Anlage sauber abbilden.
Was das System im Betrieb bringt
Der offensichtliche Vorteil ist die Lagerdichte. Bis zu acht Paletten je Kanal stehen hintereinander, ohne dass zwischen ihnen ein Bediengang liegt. Gerade in temperaturgeführten Bereichen wirkt sich das doppelt aus, weil dort jeder eingesparte Quadratmeter auch Energiekosten senkt.
Der zweite Vorteil betrifft das Handling. Der Stapler fährt nicht in den Kanal hinein, sondern setzt die Palette vorn ab und schiebt sie an. Damit entfallen die Fahrten in enge Kanäle, die bei Kompaktlagern sonst üblich sind, und mit ihnen ein erheblicher Teil der Schadensfälle an Regal und Ladungsträger.
Praktisch wichtig ist außerdem die Toleranz gegenüber dem Ladungsträger. Weil die Palette auf einer ebenen Wagenfläche steht und nicht auf Rollen läuft, kommen auch beschädigte oder umschrumpfte Paletten sicher durch den Kanal. Verschiedene Palettenformate und Gitterboxen lassen sich in einem Kanal mischen, längs oder quer. Das ist ein Argument für Betriebe, deren Ladungsträgerbestand nicht durchgängig normgerecht ist, was in der Praxis der Regelfall statt der Ausnahme ist.
Wo die Grenzen liegen
Kein System passt überall, und beim Carrier Push-Back Regal sind die Grenzen klar benennbar.
Die erste ist das LIFO-Prinzip selbst, siehe oben. Die zweite ist die Kanaltiefe: Sie ist begrenzt, und mit jeder zusätzlichen Palette im Kanal steigt der Aufwand, wenn eine weiter hinten liegende Einheit gebraucht wird. Sortenreine Kanäle sind deshalb nicht nur empfehlenswert, sondern Voraussetzung für einen sinnvollen Betrieb. Die dritte Grenze ist die Traglast je Palette, die konstruktiv festgelegt wird und in die Auslegung gehört.
Wenn der Bestand pro Artikel klein ist und die Zahl der Artikel groß, verliert ein Kompaktlager seinen Vorteil. Dann sind Palettenregale mit direktem Zugriff oder ein Kommissioniersystem die bessere Antwort.
Wo das System eingesetzt wird
Typisch sind Bestände mit mittlerem bis hohem Umschlag, die in mehreren Paletten je Artikel vorliegen und nicht datumskritisch sind. In der Getränkeindustrie sind das saisonale Artikel und Gebinde mit langer Haltbarkeit, im Groß- und Einzelhandel Non-Food-Massenware, in der Produktion Puffermengen zwischen zwei Fertigungsschritten.
Häufig steht das Push-Back-Lager nicht allein, sondern als verdichteter Bereich neben Kommissionierplätzen. Ablaufbahnen bringen den Nachschub dorthin, ohne dass dafür zusätzlicher Staplerverkehr entsteht. Bei der Auswahl des passenden Regalsystems zählen am Ende Bestand, Durchsatz und verfügbare Fläche.
Individuelle Konfiguration
Kanaltiefe, Kanalzahl, Traglast je Palette, Bauhöhe und die Abstimmung auf Ihr Flurförderzeug legen wir gemeinsam mit Ihnen fest. Auch die vorhandene Hallenstatik und der Bestand an Ladungsträgern gehören in diese Analyse. Wie tief und wie hoch Carrier Push-Back Regale ausgeführt werden, ergibt sich erst daraus.
Planung, Fertigung und Montage aus einer Hand
Wir planen die Anlage, fertigen sie und montieren sie termintreu. Sie haben einen Ansprechpartner von der ersten Idee bis zur Abnahme. Dahinter stehen über 100 Jahre Erfahrung sowie das Fertigungsnetzwerk der Unternehmensgruppe Groupe Provost mit sechs Produktionsstandorten und über 100.000 m² Fläche.
Weil Carrier und Schienen bewegte Bauteile sind, gehört die Anlage in die wiederkehrende Prüfung. Wir prüfen dynamische Systeme im laufenden Betrieb. Die Pflicht zur Regalinspektion trifft dabei Sie als Betreiber, die Durchführung übernehmen wir.
Ihr Projekt
Sie wollen wissen, wie viele Stellplätze auf Ihrer Fläche möglich wären und ob Ihr Sortiment zu einem LIFO-System passt? Sprechen Sie uns an. Wir sehen uns Ihre Artikelstruktur, Ihre Ladungsträger und Ihre Halle an und sagen Ihnen offen, wenn ein anderes System besser passt.
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