Ablaufbahnen sind bodenebene Rollenbahnen, die Paletten, Gitterboxen und Behälter allein durch Schwerkraft von einem Lagerbereich zum nächsten bewegen, ohne Antrieb und ohne Stromanschluss.

Zwischen Wareneingang, Produktion, Kommissionierung und Warenausgang liegen in vielen Betrieben nur wenige Dutzend Meter. Trotzdem kostet dieser Weg jeden Tag Zeit. Ein Stapler holt eine Palette, fährt sie quer durch die Halle, setzt sie ab und fährt zurück. Bei jedem einzelnen Vorgang ist das unauffällig. In Summe binden diese Fahrten Personal, belegen Verkehrsflächen und erzeugen genau dort Begegnungen zwischen Flurförderzeug und Mitarbeitenden, wo man sie am wenigsten braucht.

Was sich im Betrieb ändert

Eine Ablaufbahn nimmt diesen Weg aus dem Staplerverkehr heraus. Die Ladeeinheit wird an einer Seite aufgegeben und läuft selbsttätig zur Entnahmestelle. Der Bereich, der beliefert wird, entkoppelt sich damit von dem Bereich, der aufgibt: Wer kommissioniert, wartet nicht auf einen freien Stapler, und wer einlagert, muss sich nicht nach dem Takt der Kommissionierung richten.

Der zweite Effekt betrifft die Kosten. Eine Ablaufbahn hat keinen Motor, keine Steuerung und keinen Stromanschluss. Es gibt nichts, was ausfallen und die Bahn stillsetzen könnte. Der Aufwand beschränkt sich auf regelmäßige Sichtkontrolle und auf den Austausch einzelner Tragrollen, wenn sie verschlissen sind. Damit ist die Bahn eine Lösung, die auch dort trägt, wo eine angetriebene Fördertechnik wirtschaftlich nicht darstellbar wäre.

Wie die Bahn technisch arbeitet

Die Bahn besteht aus einem leicht geneigten Rahmen mit Tragrollen. Die Neigung wird auf Ihre Ladungsträger und Ihre Traglasten ausgelegt, denn eine schwere Palette braucht ein anderes Gefälle als ein leerer Behälter. Die Tragrollen stammen aus unseren Einschub- und Durchlaufregalen und sind dort seit Jahren im Dauerbetrieb erprobt. Paletten lassen sich je nach Platzverhältnissen längs oder quer transportieren, ebenso Gitterboxen, Stahl- und Kunststoffbehälter oder abweichende Ladungsträger.

Weil aufgegeben und entnommen wird, ohne dass eine Einheit die andere überholen kann, arbeitet die Bahn systembedingt nach dem FIFO-Prinzip. Die zuerst aufgegebene Einheit erreicht die Entnahmestelle zuerst. Dafür ist keine Software nötig und keine Buchung, die jemand vergessen könnte. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Bauform.

Was FIFO in der Praxis bedeutet

Genau dieser Punkt entscheidet, ob eine Ablaufbahn zu Ihrem Prozess passt. Überall dort, wo Bestände nach Datum oder nach Charge abfließen müssen, ist die feste Reihenfolge ein Vorteil, den kein organisatorischer Ablauf zuverlässiger erreicht. Wo die Reihenfolge dagegen keine Rolle spielt und stattdessen die Lagerdichte zählt, sind LIFO-Systeme wie Einschubregale oder Carrier Push-Back Regale die passendere Wahl. Der Unterschied zwischen FIFO und LIFO liegt damit nicht in der Qualität des Systems, sondern in der Frage, welcher Bestand darin liegt.

Wo Ablaufbahnen ihre Stärke ausspielen

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie stützt die feste Reihenfolge die Einhaltung von Mindesthaltbarkeitsdaten und die saubere Trennung von Chargen. Die Bahn dokumentiert nichts, aber sie verhindert, dass eine jüngere Einheit an einer älteren vorbeizieht.

In Industrie und Fertigung übernehmen Ablaufbahnen die Materialbereitstellung an der Linie und puffern zwischen zwei Arbeitsschritten. Der vorgelagerte Prozess gibt auf, der nachgelagerte entnimmt, und dazwischen steht ein definierter Bestand, der ohne Zutun nachrückt.

Im Handel und bei E-Commerce-Fulfillment-Dienstleistern verbinden die Bahnen das Palettenlager mit den Kommissionierplätzen. Wo an diesen Plätzen mit Kartons und Kolli gearbeitet wird, übergibt die Bahn an ein Kolli-Durchlaufregal, das die Einheiten bis in die Entnahmezone nachführt.

In der Logistikdienstleistung dienen die Bahnen als Puffer im Wareneingang und im Warenausgang, dort, wo Lkw-Fenster und Lagerprozess nicht im selben Takt laufen.

Individuelle Konfiguration

Bahnlänge, Neigung, Rollenteilung, Traglast je Einheit sowie Übergabe- und Entnahmepunkte legen wir auf Ihre Halle und Ihre Ladungsträger aus. Die Bahn lässt sich an bestehende Anlagen anschließen, etwa an ein Durchlaufregal, sodass Transport und Pufferung ineinandergreifen. Welche Ausführungen und Zubehörteile für Ablaufbahnen zur Verfügung stehen, ergibt sich aus genau diesen Vorgaben.

Bei der Auswahl des passenden Regalsystems zählen am Ende Ihr Bestand, Ihr Durchsatz und Ihre verfügbare Fläche.

Planung, Fertigung und Montage aus einer Hand

Wir planen Ihre Ablaufbahn, fertigen sie und montieren sie termintreu. Sie haben dabei einen Ansprechpartner, von der ersten Skizze bis zur Abnahme. Hinter jedem Projekt stehen über 100 Jahre Erfahrung sowie das Fertigungsnetzwerk der Unternehmensgruppe Groupe Provost mit sechs Produktionsstandorten und über 100.000 m² Fläche.

Wenn Ihre bestehende Regalanlage im Zuge des Umbaus ohnehin angefasst wird, lohnt sich der Blick auf ihren Zustand. Wir prüfen statische und dynamische Anlagen im laufenden Betrieb. Die Pflicht zur Regalinspektion trifft dabei Sie als Betreiber, die Durchführung übernehmen wir.

Ihr Projekt

Sie überlegen, ob eine Ablaufbahn in Ihrem Lager Wege verkürzt? Schildern Sie uns Ihre Situation. Wir sehen uns Ihre Bereiche, Ihre Ladungsträger und Ihren Durchsatz an und sagen Ihnen, ob sich der Weg mit einer Bahn sinnvoll überbrücken lässt. Zur Projektanfrage

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